{"id":882,"date":"2017-04-25T08:56:47","date_gmt":"2017-04-25T08:56:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gusp.org\/news\/beseitigung-der-atomaren-bedrohung\/"},"modified":"2017-06-07T10:13:40","modified_gmt":"2017-06-07T10:13:40","slug":"beseitigung-der-atomaren-bedrohung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gusp.org\/de\/news\/beseitigung-der-atomaren-bedrohung\/","title":{"rendered":"Beseitigung der atomaren Bedrohung"},"content":{"rendered":"\t<div class=\"blue-box hg\">\n\t\t<div class=\"inner\">\n\t\t\t<p style=\"margin-bottom:0px;\"><strong><em>Anmerkung:<\/em><\/strong> Dieser kurze Artikel von Dr. R.K. Pachauri, dem ehemaligen Vorsitzenden des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) und GUSP Direktor f\u00fcr S\u00fcdasien, aus dem Jahr 2016 bietet eine inhaltsreiche und doch knapp formulierte Zusammenfassung des aktuellen Stands der Bedrohung durch Atomwaffen.<br \/>\n\u2014&nbsp;Dr. John Hagelin<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\t\n<h1 style=\"margin-bottom:12px;\"><a href=\"http:\/\/www.dailypioneer.com\/columnists\/edit\/eliminating-the-threat-of-nuclear-weapons.html\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"logo\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/logo_pioneer.png\" width=\"300\" height=\"57\" alt=\"the pioneer\"\/><\/a><\/h1>\n<h1>Der Bedrohung durch Atomwaffen ein Ende setzen<\/h1>\n<p class=\"small\">Von R.K. Pachauri, 6. Mai 2016<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_pioneer.jpg\" alt=\"Nuclear Security Summit\" width=\"740\" height=\"428\" class=\"alignleft size-full wp-image-437\" srcset=\"https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_pioneer.jpg 740w, https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_pioneer-300x174.jpg 300w, https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_pioneer-194x112.jpg 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><br \/>\nNachdem beim Atomgipfel im April kein Aktionsplan verabschiedet werden konnte, mit dem die Welt gegen die atomare Bedrohung vorgehen k\u00f6nnte, muss sich der st\u00e4ndige Arbeitskreis in Genf&nbsp;\u2013 mit offenem Ende&nbsp;\u2013 darauf konzentrieren, Kriege insgesamt zu beenden.<\/p>\n<p>Beim Nuklearen Sicherheitsgipfel, den US Pr\u00e4sident Barack Obama 2016 in Washington durchf\u00fchrte, kamen etliche Weltpolitiker zusammen, um \u00fcber Schritte zu diskutieren, die unternommen werden m\u00fcssen, um die Bedrohung durch Atomwaffen in konventionellen Kriegen und auch durch Terrorakte reduzieren zu k\u00f6nnen. Pr\u00e4sident Obama sagte in seiner Rede zu mehr als 50 Gipfelteilnehmern aus aller Welt: \u00bbDie Gefahr, dass eine Terroristengruppe an eine Atomwaffe kommt und diese einsetzt, ist eine der gr\u00f6\u00dften Bedrohungen der Sicherheit weltweit.\u00ab Weiterhin merkte er an, dass bisher noch kein Terrorist in den Besitz einer sogenannten schmutzigen Bombe aus radioaktivem Material gekommen ist, solche Terroristen aber eine st\u00e4ndig wachsende Bedrohung darstellen. Er wies auf die Tatsache hin, dass der sog. \u00bbIslamische Staat\u00ab chemische Waffen benutzt hat, z.B. Senfgas in Syrien und im Irak, und dass daher der Einsatz atomarer Waffen durch Terroristen durchaus denkbar ist. Obama sagte weiter: \u00bbEs steht au\u00dfer Zweifel: Wenn diesen Verr\u00fcckten eine Atomwaffe oder nukleares Material in die H\u00e4nde f\u00e4llt, dann werden sie dieses sicher benutzen, um unschuldige Menschen zu t\u00f6ten.\u00ab<\/p>\n<p>Bisher hat die Welt allerdings leider sehr wenig getan, um die drohende Vernichtung durch Atomwaffen zu mindern, trotz aller Ank\u00fcndigungen von Weltpolitikern, die sich mit dieser Bedrohung besch\u00e4ftigen und die sie ausschlie\u00dfen m\u00f6chten. Ein Artikel in der Zeitung <em>The Guardian<\/em>, der im Juni 2015 ver\u00f6ffentlicht wurde, erw\u00e4hnte, dass die letzte Atomwaffensperrvertrags-Konferenz keine hohen Wellen schlug und kaum ein Wort dar\u00fcber in den Mainstream-Medien zu finden war. Laut <em>The Guardian<\/em> sch\u00e4tzt man, dass die offiziellen Atomstaaten, also die USA, das Vereinigte K\u00f6nigreich, Russland, China und Frankreich, etwa 15.650 Nuklearwaffen besitzen, die Mehrheit davon in den USA und Russland. Dieses riesige Arsenal an nuklearen Waffen gen\u00fcgt, um unseren Planeten mehrmals zu zerst\u00f6ren und jede Art von Leben sowohl an Land als auch in den Ozeanen auszul\u00f6schen. Es ist ironisch, dass mehr als 25 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges die Reduzierung der Gesamtvorr\u00e4te an Atomwaffen weltweit immer noch sehr gering ist.<\/p>\n<p>Der Gipfel in Washington im April ergab zwar keine konkrete Vereinbarung und keinen Aktionsplan, durch die das Risiko der atomaren Gefahr h\u00e4tte verringert werden k\u00f6nnen, aber es gab eine besonders ermutigende Erkl\u00e4rung des Pr\u00e4sidenten von Kasachstan, Nursultan Nazarbayev. Nazarbayev hielt ein starkes Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Minimierung der weltweiten Kriegsgefahr und skizzierte ein Programm, das sicherstellen soll, dass es in der Welt des 21. Jahrhunderts keine Kriege mehr gibt. Teil seines Vorschlags sind mehrere Schritte, die mit gro\u00dfer Dringlichkeit angenommen und umgesetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der erste dieser Schritte ist ein allm\u00e4hlicher Prozess hin zu einer Welt ohne Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen. Als Zweites empfahl er, bereits existierende geografische Initiativen auszubauen und zu erweitern, um Krieg als einen Teil des Lebens schrittweise auszurotten. Drittens erkl\u00e4rte er, dass es notwendig sei, die Milit\u00e4rbl\u00f6cke als Relikte des Kalten Krieges zu beseitigen. Sie bedrohen die globale Sicherheit und behindern eine breiter gef\u00e4cherte internationale Zusammenarbeit. Seine vierte Empfehlung war, den internationalen Abr\u00fcstungsprozess an die neuen historischen Gegebenheiten anzupassen. Er meinte zum Beispiel, dass wir eine neue Strategie f\u00fcr die UN-Abr\u00fcstungskonferenz brauchen. Sein f\u00fcnfter Hinweis war, dass eine Welt ohne Kriege in erster Linie faire globale Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel und im Finanz- und Entwicklungssektor erfordert. Eine Welt, in der Ungleichheit vorherrscht und deren Systeme zugunsten der Reichen und M\u00e4chtigen einseitig vorbelastet sind, wird nur die Rahmenbedingungen schaffen, die das Risiko des Einsatzes von Kernwaffen zur Massenvernichtung und zur wirtschaftlichen Vormachtstellung erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2001 gr\u00fcndeten der ehemalige Medienmogul Ted Turner und der Senator Sam Nunn die Organisation <em>Nuclear Threat Initiative<\/em> (NTI), welche die globale Entwicklungen des Bedrohungspotentials durch Atomwaffen und atomares Material \u00fcberwacht. Die NTI f\u00fchrte eine sehr n\u00fctzliche Analyse des Nuklearen Sicherheitsgipfels durch, der von Obama einberufen wurde. In ihrem Bericht weisen sie darauf hin, dass%nbsp;83 Prozent der weltweiten Waffenvorr\u00e4te nutzbares atomares Material f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke sind und dieses sich daher au\u00dferhalb des internationalen Zugriffs befindet. W\u00e4hrend der Gipfel wieder einmal die grundlegende Verantwortung der einzelnen Staaten betonte, die wirksame Sicherheit von atomarem und anderem radioaktiven Material zu gew\u00e4hrleisten, wurden keine zus\u00e4tzlichen Schritte unternommen, die Sicherheit dieser&nbsp;83 Prozent der weltweiten Vorr\u00e4te anzusprechen, die unter milit\u00e4rischer Kontrolle stehen. Im \u00dcbrigen wurde in einer nationalen Erkl\u00e4rung Pakistans erw\u00e4hnt, dass das Land nukleare Materialien und entsprechende Einrichtungen \u00fcberall gesichert habe, was man als Besitz von milit\u00e4rischem atomarem Material interpretieren kann. Diese ganze Region bleibt allerdings immer noch eine gro\u00dfe L\u00fccke im weltweiten System.<\/p>\n<p>Zweifellos geh\u00f6rt zu den wichtigsten Ergebnissen der regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden Nukleargipfel das hohe Ma\u00df an politischer Aufmerksamkeit, die diese Treffen auf das Thema der nuklearen Sicherheit gelenkt haben. Es ist jedoch dringend notwendig, diese Aufmerksamkeit auch weiterhin aufrechtzuerhalten, so dass weltweit ein erfolgreiches und effektives globales Atomsicherheitssystem geschaffen werden und dadurch die Gefahr von Sch\u00e4den und Zerst\u00f6rung durch Atomwaffen ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n<p>Die Generalversammlung der Vereinten Nationen stimmte im Dezember 2015 daf\u00fcr, eine spezielle Arbeitsgruppe (<em>Open-Ended Working Group<\/em>, OEWG) einzurichten und mit einem Mandat zur Entwicklung \u00bbgesetzlicher Ma\u00dfnahmen, gesetzlicher Beschl\u00fcsse und Normen\u00ab auszustatten, um eine atomwaffenfreie Welt zu schaffen. Diese sogenannte Arbeitsgruppe mit offenem Ende hielt ihre erste Sitzung im Februar ab. Wie erwartet, gab es bei den Diskussionen gro\u00dfe Meinungsverschiedenheiten unter den einzelnen L\u00e4ndern. Einige Delegationen, darunter Brasilien und Indonesien, brachten die Ansicht vor, dass als n\u00e4chster Schritt ein Vertrag \u00fcber ein totales Kernwaffenverbot das Logischste w\u00e4re, da dies jetzt verhandelbar w\u00e4re, auch ohne die Unterst\u00fctzung der Atomstaaten, die diese Arbeitsgruppe bisher boykottiert haben. Das n\u00e4chste Treffen wird nun in Genf stattfinden, dort wird erwartet, dass mehrere Staaten ein Atomwaffenverbot fordern werden.<\/p>\n<p>Die Gefahr durch Atomwaffen kann nur dann minimiert oder ganz ausgeschlossen werden, wenn es einen deutlichen Wandel in den menschlichen Vorhaben und Ma\u00dfnahmen gibt, der drohende Kriege vollkommen unterbinden w\u00fcrde. Es ist bemerkenswert, dass Nazarbayev den entscheidenden Schritt getan hat und Atomwaffen aus seinem Staatsgebiet entfernt hat und nach dem Zerfall der Sowjetunion alle Atomtests sofort beenden lie\u00df. Tats\u00e4chlich wurde auch die Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen \u00fcber die universelle Erkl\u00e4rung zur Schaffung einer atomwaffenfreien Welt durch Kasachstan vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Der fortschreitende Stand der Technologie hat das Ausma\u00df eines m\u00f6glichen Schadens durch die heutigen Massenvernichtungswaffen dramatisch erh\u00f6ht. Krieg ist daher keine Option, um Streitigkeiten zu schlichten, es m\u00fcssen vielmehr legale und friedliche Mittel eingesetzt werden, welche die Beendigung aller Kriege garantieren. Gleichzeitig erh\u00f6ht sich die Dringlichkeit, Atomwaffen zu verbieten und einen Prozess in Gang zu setzen, wodurch diese systematisch beseitigt werden k\u00f6nnen. Wenn der Arbeitskreis sich in Genf trifft, sollten die Delegationen das enorm wichtige Ziel eines 21. Jahrhunderts ohne Kriege im Blickfeld behalten. Das wird auch ein totales Verbot von Atomwaffen und atomarem Material \u00fcberall auf der Welt unterst\u00fctzen. Indien sollte in dieser Hinsicht die Initiative ergreifen.<\/p>\n<p>Der Autor ist ehemaliger Vorsitzender von <em>The Energy and Resources Institute<\/em> (TERI).<\/p>\n<p align=\"center\">###<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.dailypioneer.com\/columnists\/edit\/eliminating-the-threat-of-nuclear-weapons.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.dailypioneer.com\/columnists\/edit\/eliminating-the-threat-of-nuclear-weapons.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bedrohung durch Atomwaffen ein Ende setzen Von R.K. Pachauri, 6. 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