{"id":886,"date":"2017-04-25T08:59:18","date_gmt":"2017-04-25T08:59:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gusp.org\/klima-und-konflikt\/meeresspiegelanstieg\/"},"modified":"2017-06-08T09:21:15","modified_gmt":"2017-06-08T09:21:15","slug":"meeresspiegelanstieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.gusp.org\/de\/klima-und-konflikt\/meeresspiegelanstieg\/","title":{"rendered":"Anstieg des Meeresspiegels"},"content":{"rendered":"\t<div class=\"blue-box hg\">\n\t\t<div class=\"inner\">\n\t\t\t<p style=\"margin-bottom:0px;\"><strong><em>Anmerkung:<\/em><\/strong> Dieser vor kurzem in der <em>New York Times<\/em> erschienene Artikel unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch den Klimawandel und die eventuell daraus resultierenden Bev\u00f6lkerungsverschiebungen.<br \/>\n\u2014&nbsp;John Hagelin, Pr\u00e4sident<\/p>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\t\n<h1 style=\"margin-bottom:12px;\"><a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2016\/02\/23\/science\/sea-level-rise-global-warming-climate-change.html?_r=0\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"logo\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/logo_nyt.png\" width=\"379\" height=\"64\" alt=\"The New York Times\"\/><\/a><\/h1>\n<h1>Schnellster Anstieg der Meeresspiegel seit 28 Jahrhunderten<\/h1>\n<p class=\"small\">Von JUSTIN GILLIS, 22. Februar 2016<\/p>\n<div id=\"attachment_430\" style=\"width: 750px\" class=\"wp-caption align\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-430\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_nyt_2016_02_22a.jpg\" alt=\"Juan Carlos Sanchez\" width=\"740\" height=\"531\" class=\"size-full wp-image-430\" srcset=\"https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_nyt_2016_02_22a.jpg 740w, https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_nyt_2016_02_22a-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.gusp.org\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/photo_nyt_2016_02_22a-156x112.jpg 156w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><p id=\"caption-attachment-430\" class=\"wp-caption-text\">Letztes Jahr in Miami Beach: Juan Carlos Sanchez paddelt mit seinen Schuhen ein Kajak \u00fcber eine \u00fcberflutete Stra\u00dfe<\/p><\/div>\nDie zunehmenden \u00dcberflutungen in amerikanischen K\u00fcstengemeinden ist weitgehend eine Folge der vom Menschen produzierten Treibhausgase. Ein Problem, das in den kommenden Jahrzehnten noch zunehmen wird, sagten Wissenschaftler am Montag. Es sind die Emissionen, vor allem aus der fossilen Verbrennung, die den Meeresspiegel nach Meinung der Wissenschaftler schneller ansteigen lassen als jemals zuvor seit der Gr\u00fcndung des alten Rom. Sie f\u00fcgten hinzu, dass ohne diese menschlichen Emissionen der Meeresspiegel weniger schnell ansteigen oder sogar fallen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die immer regelm\u00e4\u00dfigeren \u00dcberschwemmungen durch die Gezeiten machen das Leben in St\u00e4dten wie Miami Beach, Charleston und Norfolk sogar an sonnigen Tagen immer unangenehmer.<\/p>\n<p>Obwohl oft nur 30&nbsp;cm hoch, belasten diese \u00dcberschwemmungen durch das stehende Salzwasser schon vielerorts das Leben. Rasen und B\u00e4ume sterben ab, Nebenstra\u00dfen werden blockiert und die Gullys verstopft. Sie verschmutzen die S\u00fc\u00dfwasser-Versorgung und schneiden manchmal stundenlang ganze Inselgemeinden von der Au\u00dfenwelt ab: Stra\u00dfen, die sie mit dem Festland verbinden, werden \u00fcberflutet.<\/p>\n<p>\u2028Solche Ereignisse sind jedoch nur fr\u00fche Vorl\u00e4ufer kommender Sch\u00e4den, wie neue Forschungen nahelegen.\u2028\u2028 \u00bbWir brauchen einen neuen Ansatz, um \u00fcber K\u00fcsten\u00fcberschwemmungen nachzudenken\u00ab, sagte Benjamin H. Strauss, der Erstautor einer von zwei am Montag ver\u00f6ffentlichten Studien. \u00bbEs ist nicht die Flut. Es ist nicht der Wind. Wir sind es. Das gilt f\u00fcr die meisten K\u00fcstenfluten, die wir zur Zeit erleben.\u00ab<\/p>\n<p>\u2028\u2028In der zweiten Studie haben die Wissenschaftler den Meeresspiegel der Vergangenheit rekonstruiert und best\u00e4tigt, dass er h\u00f6chstwahrscheinlich schneller als in den vergangenen 28&nbsp;Jahrhunderten steigen wird&nbsp;\u2013 wobei der Anstieg im vergangenen Jahrhundert stark zugenommen hat. H\u00f6chstwahrscheinlich werde die von den Wissenschaftlern vorausgesagte Erw\u00e4rmung durch Emissionen des Menschen verursacht.<\/p>\n<p>Sie best\u00e4tigten auch fr\u00fchere Prognosen, nach denen die Ozeane bis zum Jahr 2100 um 90&nbsp;bis 120&nbsp;Zentimeter ansteigen k\u00f6nnten, wenn die Emissionen weiter so stark zunehmen.<\/p>\n<p>\u2028Im 22.&nbsp;Jahrhundert und danach w\u00fcrde nach Meinung der Experten die Situation dann noch viel schlimmer werden und zur Aufgabe vieler K\u00fcstenst\u00e4dte zwingen. <\/p>\n<p>Die Erkenntnisse sind nur ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass das stabile Klima, das seit Jahrtausenden eine Bl\u00fcte der menschlichen Zivilisation erm\u00f6glicht hatte, seinem Ende zugeht. Das Meer werde unberechenbarer und erlaube das Wachstum gro\u00dfer K\u00fcstenst\u00e4dte immer weniger.<\/p>\n<p>\u2028\u00bbIch denke, wir k\u00f6nnen auf jeden Fall sicher sein, dass der Anstieg des Meeresspiegels sich weiter beschleunigen wird, wenn sich die Erw\u00e4rmung fortsetzt&nbsp;\u2013 und das wird sie unweigerlich tun\u00ab, sagte Stefan Rahmstorf, Professor f\u00fcr Ozeanphysik am Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung Deutschland, und Co-Autor einer der Studien, die von der amerikanischen Zeitschrift <em>Proceedings of the National Academy of Sciences<\/em> online ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>\u2028Diese wissenschaftliche Arbeit wird durch einen Bericht der Klimaforschungs- und Kommunikationsorganisation \u00bbClimate Central\u00ab, Princeton, New Jersey, USA, unterst\u00fctzt. Sie errechneten auf Grundlage dieser neuen Erkenntnisse, dass in den St\u00e4dten der US-Ostk\u00fcste etwa drei Viertel der heutigen \u00dcberflutungen nicht stattf\u00e4nden, g\u00e4be es nicht den durch menschliche Emissionen verursachten Meeresspiegelanstieg.<\/p>\n<p>\u2028Nach Ansicht des federf\u00fchrenden Autors dieses Berichtes, Dr. Strauss, trifft dies auch global zu, f\u00fcr jede K\u00fcstengemeinde, die in den letzten Jahrzehnten einer Zunahme von \u00dcberflutungen durch Salzwasser ausgesetzt war.<\/p>\n<p>Der Anstieg des Meeresspiegels tr\u00e4gt jedoch nur in begrenztem Ma\u00dfe zu den riesigen, katastrophalen Sturmfluten bei, die Hurrikans wie \u00bbKatrina\u00ab und \u00bbSandy\u00ab begleiteten. Umso mehr aber tr\u00e4gt er zu unangenehmen \u00dcberschwemmungen bei, wie sie die Folge \u00fcbergro\u00dfer Gezeitenwellen, sogenannter Springfluten, sind.<\/p>\n<p>\u2028Auffallend ist die Ver\u00e4nderung der H\u00e4ufigkeit dieser Springfluten. W\u00e4hrend Gezeitenmessger\u00e4te in Annapolis von 1955 bis 1964 32&nbsp;\u00dcberschwemmungstage gemessen hatten, waren es in den Jahren 2005 bis 2014 bereits 394&nbsp;Tage.<\/p>\n<p>\u2028In Charleston sprang die Zahl der \u00dcberschwemmungstage von 34&nbsp;im vergangenen Jahrzehnt auf 219&nbsp;in der neueren Zeit und in Key West, Florida, von null auf 32&nbsp;\u00dcberschwemmungen.<\/p>\n<p>Die neuen Forschungen wurden von Dr. Robert E. Kopp geleitet, einem renommierten Geowissenschaftler der Rutgers Universit\u00e4t, dessen detaillierte statistischen Methoden ein Verst\u00e4ndnis langj\u00e4hriger Probleme wie die Entwicklung des globalen Meeresspiegels erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p>Aufgrund umfangreicher geologischer Fakten war den Wissenschaftlern bereits bekannt, dass der Meeresspiegel am Ende der letzten Eiszeit drastisch anstieg&nbsp;\u2013 um fast 120&nbsp;Meter&nbsp;\u2013, sodass sich die Ufer bis zu 150&nbsp;Kilometer in das Landesinnere zur\u00fcckzogen. Sie wussten auch, dass sich der Meeresspiegel und das Klima in den vergangenen Jahrtausenden, also in der Zeit der Entstehung der menschlichen Zivilisation, weitgehend stabilisiert hatten.<\/p>\n<p>Aber es gab in diesem Zeitraum auch kleinere Schwankungen sowohl klimatisch als auch beim Meeresspiegel, und die neue Studie ist der bisher eingehendste Erkl\u00e4rungsversuch dazu.<\/p>\n<p>Die Untersuchung zeigt, dass der Ozean sehr sensibel gegen\u00fcber kleinen Schwankungen der Erdtemperatur ist. Es stellte sich heraus, dass im Mittelalter der R\u00fcckgang der mittleren Globaltemperatur um ein Drittel Grad Celsius den Meeresspiegel um etwa acht Zentimeter sinken lie\u00df: in 400&nbsp;Jahren. Als sich das Klima leicht erw\u00e4rmte, kehrte sich dieser Trend um.<\/p>\n<p>\u2028\u00bbDie Physik lehrt uns, dass die Schwankungen des Meeresspiegels und der Temperaturwechsel Hand in Hand gehen\u00ab, sagte Dr. Kopp. \u00bbDie neuen geologischen Daten best\u00e4tigen das.\u00ab<\/p>\n<p>\u2028W\u00e4hrend der industriellen Revolution im neunzehnten Jahrhundert begann der Ozean sofort zu steigen, seit 1880 um etwa zwanzig Zentimeter. Das klingt zwar nicht viel, hatte aber weltweit eine hohe Bodenerosion und Milliardenkosten zur Folge.<\/p>\n<p>\u2028Haupts\u00e4chlich menschliche Emissionen lie\u00dfen die Erdtemperatur seit dem 19.&nbsp;Jahrhundert um etwa 16&nbsp;Grad Celsius steigen. Der Meeresspiegel steigt seither mit wachsender Geschwindigkeit, um etwa 30&nbsp;cm pro Jahrhundert.<\/p>\n<p>\u2028Einer der Autoren der neuen Arbeit, Dr. Rahmstorf, hatte zuvor Sch\u00e4tzungen ver\u00f6ffentlicht, nach denen bis 2100 der Meeresspiegel bis zu 150&nbsp;oder 180&nbsp;Zentimeter ansteigen k\u00f6nnte. Aber mit den verbesserten Berechnungen der neuen Studie h\u00e4lt er 90&nbsp;bis 120&nbsp;Zentimeter f\u00fcr realistisch. <\/p>\n<p>Damit steht die Prognose von Dr. Rahmstorf in Einklang mit den Berechnungen des \u00bbIntergovernmental Panel on Climate Change\u00ab von 2013, einer Organisation der Vereinten Nationen, die regelm\u00e4\u00dfig die Forschungen zum Klimawandel pr\u00fcft und zusammenfasst. Diese stellte fest, dass anhaltend hohe Emissionen im 21.&nbsp;Jahrhundert einen Meeresspiegelanstieg von 50&nbsp;bis 100&nbsp;Zentimeter bewirken k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In einem Interview sagte Dr. Rahmstorf, dass der Anstieg 150&nbsp;cm \u00fcbersteigen k\u00f6nnte&nbsp;\u2013 die Frage sei nur, wie lange das dauern w\u00fcrde. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die j\u00fcngste Klimaschutzvereinbarung von Paris nicht ehrgeizig genug sei, um ein betr\u00e4chtliches Schmelzen des Eises in Gr\u00f6nland und der Antarktis zu verhindern. Bei einer vollst\u00e4ndigen Umsetzung k\u00f6nnte das Tempo jedoch etwas verlangsamt werden.<\/p>\n<p>\u2028\u00bbEis schmilzt einfach schneller, wenn die Temperaturen steigen\u00ab, so Dr. Rahmstorf. \u00bbDas ist einfach grundlegende Physik.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2016\/02\/23\/science\/sea-level-rise-global-warming-climate-change.html?_r=1\" target=\"_blank\">http:\/\/www.nytimes.com\/2016\/02\/23\/science\/sea-level-rise-global-warming-climate-change.html?_r=1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnellster Anstieg der Meeresspiegel seit 28 Jahrhunderten Von JUSTIN GILLIS, 22. Februar 2016 Die zunehmenden \u00dcberflutungen in amerikanischen K\u00fcstengemeinden ist weitgehend eine Folge der vom Menschen produzierten Treibhausgase. Ein Problem, das in den kommenden Jahrzehnten noch zunehmen wird, sagten Wissenschaftler am Montag. 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